Unser Produktionsprozess
Für uns bei Nordwolle Rügen steht eine nachhaltige Produktion im Vordergrund. Viele Produkte auf Lager zu produzieren und sie dann eventuell nicht alle abverkaufen zu können, ist nicht sehr nachhaltig. Deswegen haben wir uns von Beginn an dazu entschieden, nur auf Bestellung anzufertigen.
Hier wollen wir dir im Detail erklären, wie unser Produktionsprozess für unsere TAMBOR-Kollektion genau aussieht.

Wolle deutscher Landschafe
Unsere Ressource, die Wolle des grauwolligen pommerschen Landschafes, kommt zum größten Teil aus dem Kreis Vorpommern-Rügen. Dort werden die Schafe zur Landschaftspflege eingesetzt. Einmal im Jahr werden die Schafe geschoren. Bei Frank Westphal geschieht dies immer im Dezember bevor die Schafe aufgestallt werden. Der Zeitpunkt ist u. a. so gewählt, damit die Geburten der Lämmer hygienischer ablaufen. Nach der Schur ist die Wolle noch verunreinigt und muss erstmal gewaschen werden. Deswegen schicken wir sie danach in die Wollwäscherei. Erfahre mehr über die Schafe und die Wolle, die wir verwenden hier.

Gewaschen in Portugal
2009 gingen in der letzten deutschen Wollwäscherei in Bremen die Lichter aus. Seither gibt es in Deutschland keine Möglichkeit mehr, Wolle waschen zu lassen. Deswegen müssen wir für diesen Arbeitsschritt nach Portugal ausweichen. Die Rohwolle läuft in der Wäscherei durch große Waschstraßen, wird dort mit Soda entfettet und von Schmutz und Kotresten befreit. Wir verzichten bei diesem Arbeitsschritt bewusst auf das Karbonisieren der Wolle, was den Vorgang zwar umständlicher macht, aber die natürlichen Eigenschaften der Wolle erhält. Beim Karbonisieren werden nämlich Pflanzenteile mit Hilfe von verdünnter Schwefelsäure aus der Wolle herausgelöst. Was die natürlichen Qualitäten der Wolle verschlechtert. Außerdem ist dieser Vorgang mit einem erheblichen Wasserverbrauch verbunden.

Versponnen in der Lausitz
Die gereinigte Wolle wird anschließend aus der Wäscherei in unsere hochmoderne Streichgarnspinnerei in der Lausitz gebracht. Dort wird sie im ersten Schritt kardiert (gekämmt). Im Prozess des Spinnens dient das Kardieren der ersten Ausrichtung der losen Fasern zu einem Flor. Im nächsten Schritt wird das Flor zu einem Garn versponnen.

Gewebt und gewalkt in Bayern
Die Tuchfabrik Mehler im nordbayrischen Tirschenreuth wurde im Jahre 1644 gegründet und wird mittlerweile in der 11. Generation geführt. Damit ist diese Tuchmacherei der älteste Tuchhersteller in Deutschland und mittlerweile auch der letzte, der existiert. Im ersten Arbeitsschritt wird auf dem Webstuhl aus dem Garn ein Tuch gewebt. Das gewebte Tuch wird im Anschluß gewalkt. Bei diesem thermomechanischem Prozess wird das Tuch unter hoher Temperatur mit Reibung bis zu 10 Stunden behandelt. Es wird dadurch formstabil und extrem haltbar.

Zugeschnitten in Teplitz
In großen Rollen wird der Flausch- und Dichtwalk aus der Tuchmacherei nach Teplitz in unsere Werkshalle gebracht. Dort erfolgt auf unserem CNC-Cutter der millimetergenaue Zuschnitt für alle Modelle der TAMBOR-Kollektion und der Walkstücke der 3dX-Kollektion.

Genäht in der eigenen Näherei
Perfekt vorbereitet landen unsere Zuschnitte im Anschluss in der hauseigenen Näherei. Hier werden in liebevoller Handarbeit die Zuschnitte zu fertigen Jacken und Pullovern zusammen. Hier zeigt euch Irina, wie ein Teil dieses Prozesses aussehen kann.